Vom 8. bis 21. April absolvierten 14 junge Waliser ein Praktikum bei Wiegand-Glas. Bei ihrem „Blick über den Tellerrand“ zeigten sich die Schüler sehr beeindruckt vom Einsatz modernster Technologien, die in allen Produktionsbereichen des weltweit agierenden Behälterglasherstellers zum Einsatz kommen. Steinbach am Wald - In ihrer Heimat besuchen die 14 Waliser ein College und absolvieren dort eine rein theoretische technische Ausbildung. Aufgrund der in dem Land herrschenden hohen Jugendarbeitslosigkeit haben sie jedoch kaum eine Chance, nach ihrer Ausbildung eine adäquate Arbeitsstelle zu finden. Gleichzeitig suchen Betriebe in Deutschland händeringend nach Auszubildenden und Fachkräften - insbesondere im gewerblich-technischen Bereich. Mit Auslands-Praktika im EU-Binnenmarkt will EUCONTACT aus Manchester die Jugendarbeitslosigkeit auf der einen Seite und den Nachwuchskräftemangel auf der anderen Seite angehen. In Kooperation mit dem EU-Programm Erasmus zielt das Projekt auf eine Förderung der beruflichen Mobilität und Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen in der beruflichen Erstausbildung ab. Aufmerksam auf das Projekt war der Personalleiter von Wiegand-Glas, Ingbert Löffler, bei einer Informationsveranstaltung der IHK Bayreuth geworden, als dieses dort von Michael Zehner von der Strategie- und Projektentwicklung von EUCONTACT vorgestellt wurde. Ein eben solches Auslands-Praktikum ermöglichte nun Wiegand-Glas 14 Auszubildenden aus Wales - und zwar im Rahmen des Projekts als bislang erstes Unternehmen in Oberfranken. Für dessen sehr zeit- und arbeitsaufwändige Organisation waren Personalreferentin Christina Dotzauer und Sabrina Günther von der Personalabteilung verantwortlich. Wie beide einräumten, habe der enorme Aufwand im Vorfeld wie auch bei der Durchführung des Praktikums eine große Herausforderung dargestellt. Da es sich dabei um eine Premiere handelte und sie daher auch keine Erfahrungswerte hatten, seien sie eingangs schon etwas aufgeregt gewesen, ob der Austausch reibungslos vonstattengehen könne - insbesondere auch wegen der sprachlichen Barrieren. Diese Bedenken stellten sich aber im Nachhinein als vollkommen unbegründet heraus. „Der Austausch hat sehr gut funktioniert und war eine große Bereicherung für beide Seiten“, zeigten sie sich sicher. Maßgeblich für das gute Gelingen seien insbesondere die Auszubildenden von Wiegand-Glas gewesen. Jedem Praktikanten wurden Auszubildende als Paten zur Seite gestellt, die sich vorbildlich um die Waliser kümmerten. Gleiches gilt auch für alle anderen Mitarbeiter wie auch Abteilungsleiter. „Das Praktikum konnte nur gelingen, weil alle mitgespielt haben“, ist die Personalreferentin dankbar. Die Auszubildenden fanden von Beginn an einen guten Draht zu den Praktikanten, sodass „das erste Eis“ schnell gebrochen war. Sie begleiteten die Waliser nicht nur im Unternehmen, sondern unternahmen auch Freizeitaktivitäten mit ihnen. „Die jungen Leute haben sich sehr gut untereinander verstanden und es hat allen viel Spaß gemacht“, freut sich Sabrina Günther. Ihrer Meinung nach sei man im Team durch diese neue Erfahrung noch enger zusammengewachsen. Dem kann sich Ingbert Löffler nur anschließen, der allen Mitwirkenden dankt - vor allem auch den beiden Organisatorinnen für deren großen Einsatz. „Um den Bedarf an Auszubildenden und Fachkräften decken zu können, werden wir in der Akquise globaler denken und agieren müssen“, zeigte er sich sicher. Um bislang nicht genutztes Potenzial an möglichen Arbeitskräften auszuschöpfen, müsse man - wie eben jetzt beim Praktikum - neue intensive Wege beschreiten und neue Netzwerke knüpfen. Auch er empfand den Aufenthalt der Praktikanten als sehr bereichernd. Die Praktikanten ab einem Alter von 17 Jahren waren mit zwei Betreuungslehrern aus ihrer Heimat angereist. Aufgeteilt in drei Gruppen lernten sie die Unternehmensstruktur und Produktionsabläufe bei Wiegand-Glas kennen. Hierfür durchliefen sie das Ausbildungszentrum beziehungsweise die Lehrwerkstatt ebenso wie die Werkstätten mit Formenbau, Elektrowerkstatt als auch Betriebs- und Automatenschlosserei. Dabei erhielten sie nicht „nur“ einen umfassenden Überblick in die Behälterglasherstellung nach modernsten Technologien, sondern wurden auch - ebenfalls von ihren Paten begleitet und unterstützt - an den Maschinen und in der Qualitätssicherung eingesetzt. Besonders beeindruckt zeigten sich die Waliser von dem zum Einsatz kommenden technischen Standard, der sich auf einem wesentlich höheren Niveau als in ihrer Heimat befindet, wie auch von der Größe und Leistungsfähigkeit des mittelständischen Familienunternehmens. Mit den Geschäftsfeldern Behälterglas, PET, Logistik und Recycling produziert dieses - als einer der Top 3 Behälterglashersteller in Deutschland - in seinen vier Werken in Steinbach am Wald, Ernstthal, Großbreitenbach und Schleusingen täglich mehr als acht Millionen Glasbehälter für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie. Am Ende konnten alle Beteiligten ein rundum positives Resümee ziehen. Seitens Wiegand-Glas hofft man, dass sich ein Teil der jungen Leute nach Beendigung ihrer Ausbildung tatsächlich für eine Arbeitsstelle in der Unternehmensgruppe entscheidet. Die Chancen hierfür stehen sehr gut, haben doch einige von ihnen bereits großes Interesse an einer Tätigkeit beziehungsweise einer weiteren Ausbildung bei Wiegand-Glas bekundet.


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