Glasrecycling: Technisch bewährt, aber bereit für ein System-Update
Am 18. September war Glasrecycling-Tag – ein Aktionstag, der die Bedeutung der Wiederverwertung von Altglas für eine nachhaltige Zukunft unterstreicht. Für Wiegand-Glas ist dieser Tag mehr als eine Aktion: Er ist Gelegenheit, die zentrale Rolle von Altglas bei der Herstellung von Glasverpackungen zu zeigen – und gleichzeitig auf die Herausforderungen hinzuweisen, vor denen der Recyclingkreislauf heute steht.
Altglas ist der wichtigste Rohstoff für neues Glas. Bereits Anfang der 1970er Jahre setzte das familiengeführte Unternehmen auf einen geschlossenen Kreislauf. Heute verarbeitet Wiegand-Glas jährlich mehr als ein Drittel des in Deutschland gesammelten Altglases in drei modernen Aufbereitungsanlagen in Steinbach am Wald und Drei Gleichen. Dabei liegt der durchschnittliche Recyclinganteil in neuen Glasbehältern bei 77 % – weit über dem bundesweiten Durchschnitt von 60 %. Bei Grünglas erreicht Wiegand-Glas Spitzenwerte von über 95 %.
Glas kann beliebig oft recycelt werden, ohne an Qualität zu verlieren. Jeder 10-Prozent-Anteil an Altglas spart 2 - 3 % Energie und reduziert CO₂-Emissionen. Bei Wiegand-Glas bedeutet das jährlich rund 215.000 Tonnen CO₂-Einsparung.
Wiegand-Glas sieht Modernisierungsbedarf am bestehenden Kreislaufsystem
Der Recyclingprozess ist technisch nahezu perfekt: Hochmoderne, mehrstufige Verfahren trennen Altglas von Metallen, Kunststoffen und Porzellan. Optische Sortieranlagen erkennen und entfernen Fremdstoffe – am Ende entsteht hochwertige Fertigscherbe, der Rohstoff für neue Verpackungen.
Doch der Kreislauf funktioniert nur, wenn er wirtschaftlich tragfähig und logistisch leistungsfähig bleibt. Aktuell zeigt sich: Der Systemkreislauf steht vor Herausforderungen. Logistik, Kosten und Materialqualität sind entscheidend. Um den Kreislauf langfristig stabil zu halten, braucht es eine kontinuierliche Modernisierung – nicht nur in der Technologie, sondern auch in der Zusammenarbeit zwischen Sammlung, Verarbeitung, Industrie und Verbrauchern.
„Mit jeder Tonne Altglas, die wir hochwertig aufbereiten und in die Glasherstellung zurückführen, ersetzen wir Primärrohstoffe und reduzieren unseren Energie- und Ressourcenbedarf. Deshalb ist für uns klar, dass Altglas im Kreislauf bleiben muss“, sagt Geschäftsführer Nikolaus Wiegand. Doch damit dies auch wirtschaftlich möglich bleibt, müssen Industrie, Politik und Verbände gemeinsam zeitnah an den Rahmenbedingungen für die Zukunft arbeiten. Jeder Verbraucher leistet dabei einen wichtigen Beitrag – durch richtige Sortierung und Entsorgung.
Nur so bleibt der Kreislauf lebendig – und Altglas bleibt der wertvollste Rohstoff für eine nachhaltige Zukunft.