Wiegand-Glas feiert Jubiläum

Eine Zeitreise durch 100 Jahre Unternehmensgeschichte

Seit 1926 prägt Glas aus Steinbach am Wald Generationen. Aus Mut und Unternehmergeist vor 100 Jahren wurde eines der modernsten Behälterglaswerke Europas. Begleitet von Erinnerungen unseres Seniorchefs Joachim Wiegand begeben wir uns auf eine kleine Zeitreise durch ein Jahrhundert Unternehmensgeschichte von Wiegand-Glas.

100 Jahre Glashütte Steinbach am Wald

Ein mutiger Schritt

Am 4. Januar 1926 erwarb der Fabrikbesitzer Otto Hugo Edmund Wiegand die erst drei Jahre zuvor gegründete, inzwischen jedoch insolvente Glashütte und Glasschleiferei der Gebrüder Menzel. Ein mutiger Schritt und der Beginn einer 100-jährigen Erfolgsgeschichte am Standort Steinbach am Wald. Bereits wenige Wochen später, am 26. Februar 1926, liefen die ersten mundgeblasenen Medizin- und Verpackungsflaschen vom Band. Ein Großteil wurde nach England und Afrika geliefert. Zusätzlich wurden aus Pressglas Schalen und Schüsseln hergestellt. 100 Jahre später erinnert sich Joachim Wiegand, Enkel von Otto Wiegand, mit Stolz an seinen Großvater: „Otto Wiegand war jemand, der Dinge angepackt hat. Er wollte nichts dem Zufall überlassen."

Von der Manufaktur zur industriellen Produktion

Otto Wiegand trieb die Mechanisierung in seinem Glaswerk konsequent voran. Die ersten Maschinen veränderten alles. Mit dem ersten Halbautomaten 1929 und dem ersten Vollautomaten 1941 wurde die industrielle Glasproduktion in Steinbach am Wald Realität. Die neuen Maschinen steigerten die Effizienz und die Wettbewerbsfähigkeit deutlich – man zog damit mit dem technischen Fortschritt in den Nachbarhütten gleich. 

Joachim Wiegand erinnert sich: „Mein Großvater wusste: Wer technisch stehen bleibt, verliert.“ Der Leitsatz „Stillstand bedeutet Rückschritt“ prägt das Unternehmen bis heute. 

Und Otto Wiegand zeigte seinen Pioniergeist auch abseits der Produktion: Nachdem es mehrfach in der Hütte gebrannt hatte, gründete er 1936 kurzerhand eine eigene Werksfeuerwehr. Durch den Mehrschichtbetrieb waren immer Mitarbeiter in der Hütte. Die Wiegand-Feuerwehr war deshalb grundsätzlich die erste an der Brandstelle.

Der Anschluss zum Aufschwung

Heute liegt Steinbach am Wald in der Mitte Deutschlands. Das war nicht immer so. Der Ort galt lange als logistisch schwierig gelegen. Mit der Eisenbahnanbindung ab 1885 änderten sich die Voraussetzungen für den Ort grundlegend. Während in seiner thüringischen Heimat Neustadt am Rennsteig alle Rohstoffe und alle Fertigwaren noch mühsam mit Pferdetransporten zum nächsten Bahnhof befördert werden mussten, lag in Steinbach am Wald die Schiene praktisch direkt an der Fabrik - ein unschätzbarer logistischer und wirtschaftlicher Vorteil für Otto Wiegand. 

Für Steinbach am Wald wurde die Glashütte auf jeden Fall zum Glücksfall: Arbeitsplätze entstanden, Industrie siedelte sich an und viele Familien fanden Arbeit und Perspektive in der Region. 1948 erhielt das Werk einen eigenen Gleisanschluss. Seitdem werden Rohstoffe und fertige Produkte direkt per Bahn transportiert – ein Logistikweg, der bis heute genutzt wird.

Dreimal zerstört - dreimal wiederaufgebaut

Wirtschaftskrise, Kriegsjahre und politische Umbrüche hinterließen auch in Steinbach am Wald und in der Glashütte deutliche Spuren. Zwischen 1942 und 1953 wurde das Werk insgesamt dreimal schwer getroffen: durch eine Explosion im Generatorenbereich, einen Bombenangriff 1945 sowie einen Großbrand in der „Weißen Hütte“ im Jahr 1953. 

Die Kriegs- und Nachkriegsjahre verlangten den Mitarbeitern und dem Unternehmen viel ab. Doch mit Durchhaltevermögen, handwerklichem Können und dem festen Willen zum Wiederaufbau gelang es immer wieder, neu anzufangen und weiterzumachen.

Gleichzeitig setzte die Familie Wiegand sehr früh auf technische Innovationen und kontinuierliche Investitionen. Diese Kombination aus Widerstandskraft, Qualitätsbewusstsein und Zukunftsorientierung legte den Grundstein für die weitere Entwicklung von Wiegand-Glas – und fordert das Unternehmen bis heute.

Unser Standort ist Standpunkt

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Betriebe der Familie Wiegand schrittweise enteignet: Dux 1945, die Werke in Gießübel, Gehren, Hohe Tanne und Neustadt am Rennsteig wenige Jahre später. Nur das Werk in Steinbach am Wald blieb in Familienbesitz. Der Standort in Bayern erwies sich als entscheidender Vorteil und wurde zur Grundlage für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Trotz oft schwieriger Rahmenbedingungen im Zonenrandgebiet hielt Wiegand-Glas konsequent daran fest. Dabei war Steinbach am Wald für die Familie Wiegand stets mehr als ein Produktionsstandort. Die Verbundenheit zum Thüringer Wald und Frankenwald, zu den Menschen der Region und zum Werkstoff Glas begleitet die Familie seit Generationen. Obwohl die räumlichen Entwicklungsmöglichkeiten vor Ort nie unbegrenzt waren, blieb das Unternehmen seiner Heimat treu. "Jedes Unternehmen hat seinen Standort. Wo unser Betrieb stand, blieb und wuchs, ist unsere Heimat. Mit dieser Gegend sind wir verwurzelt, sie hat uns geprägt. Darum ist unser Standort auch ein Standpunkt.“  So bringt Joachim Wiegand die Haltung auf den Punkt, die das Familienunternehmen und die Philosophie von Wiegand-Glas bis heute prägen.

100 Jahre später: Der Blick nach vorne

Ein Jahrhundert nach dem mutigen Schritt Otto Wiegands, dem Urgroßvater von Nikolaus Wiegand, hält das Familienunternehmen vier Geschäftsbereiche und acht Standorte und beschäftigt inzwischen mehr als 2.100 Mitarbeiter. Wie damals Otto Wiegand und die erste Belegschaft von Wiegand-Glas stellen sich die Familie Wiegand und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam den Herausforderungen der heutigen Zeit. Wir wissen, dass Erfolg nur bestehen kann, wenn wir bereit sind, uns stetig weiterzuentwickeln und unsere Strukturen und Prozesse immer wieder an neue Rahmenbedingungen anzupassen. Die Erfahrung, die Innovationskraft und unsere Leidenschaft für Verpackungen begleiten uns dabei auch weiterhin auf unserem Weg in die Zukunft. Seniorchef Joachim Wiegand blickt ebenso nach vorne und ist überzeugt: „Entscheidend bleibt dabei, dass wir unsere Haltung und Werte bewahren."

Kompetenzbereiche

Unsere Unternehmensgruppe auf einen Blick

 

Wiegand-Glas Unternehmensgruppe
Produktkompetenz Glas

Unser Geschäftsbereich Glas

Wir entwickeln und produzieren Gläser und Flaschen für unterschiedlichste Produkte. Dabei erhalten unsere Kunden alles aus einer Hand – von der Idee bis zur Lieferung und darüber hinaus.

PET-Behälter von PET-Verpackungen GmbH Deutschland
Produktkompetenz PET

Unser Geschäftsbereich PET

Wir stellen PET-Flaschen, Preforms und KeyKegs nach kundenspezifischen Anforderungen her. Wir bieten Ihnen maßgeschneiderte Kunststoffverpackungen für Ihre Produkte.

Wiegand-Glas Standorte
Auf einen Blick

Standorte und Fakten

Unsere Unternehmensgruppe wächst stetig. Standorte all unserer Geschäftsbereiche sowie Zahlen, Daten und Fakten finden Sie hier im Überblick.

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