Die derzeitige Arbeitsmarktsituation hat die Besetzung der offenen Stellen vor allem im Bereich 4-Schicht Maschinenführer erschwert, so dass sich in den letzten Monaten immer wieder Schwierigkeiten bei der Besetzung von Schichten ergeben haben.

Darum ist Mitte September 2018 seitens der Werkleitung Schleusingen/Großbreitenbach und Personal Großbreitenbach der Entschluss gereift, dass kurzfristig eine Gruppe kroatischer Mitarbeiter in Kroatien angeworben werden sollte.

In einer ersten Zusammenkunft am 18.09.2018 haben wir die Vorgehensweise besprochen und eine Kostenzusammenstellung erarbeitet, welche Jens-Uwe Skurt der Geschäftsleitung vorstellte.

Das Ziel des Projektes ist der langfristige Einsatz und die Integration der Mitarbeiter in unsere Standorte in Thüringen.

Nach der Projektzustimmung der Geschäftsleitung haben wir kroatische Mitarbeiter, die bereits im Unternehmen tätig sind, um ihre Unterstützung bei der Ansprache und Anwerbung geeigneter Bewerber gebeten. Insbesondere Zeljka Greganic, eine Mitarbeiterin aus Schleusingen, hat über ihr Netzwerk viele Bewerber direkt angesprochen und uns bei der gezielten Werbung in sozialen Medien in Kroatien sehr gut unterstützt, so dass in relativ kurzer Zeit eine große Gruppe Bewerber akquiriert werden konnte.

Ende Oktober sind wir (Frank Riekehr, Kathleen Köhler, Zeljka Greganic und ich) dann in den Osten Kroatiens, nach Našice und Varaždin gereist, um die Bewerber vor Ort kennenzulernen und auszuwählen. Dort gelang es uns, 28 Bewerber (17 Männer als Maschinenführer und elf Frauen am Kalten Ende) zu gewinnen, die teilweise auch mit ihren Familien (insgesamt acht Kinder) ab dem 12. November in Großbreitenbach einen neuen Lebensabschnitt starteten.

In der Zeit bis zum 12. November gab es viel für uns zu tun: die übergangsweise Unterbringung in Großbreitenbach musste organisiert und vorbereitet werden, geeignete Betreuer in den Werken definiert werden, Unterlagen und Verträge übersetzt werden und eine Deutschlehrerin, die erste Deutschkenntnisse vermittelt, musste gefunden werden.

Die Bewerber waren von Beginn an jeweils von Montag bis Mittwoch in den Thüringer Werken zur fachlichen Einarbeitung und an zwei Tagen wurden ihnen in Großbreitenbach Grundkenntnisse in Deutsch sowie allgemeine Information „zum Leben in Deutschland“ vermittelt.

Während dieser Einführungsphase von ca. 2,5 Monaten mussten Wolfgang Geyer in Schleusingen und Kathleen Köhler in Ernstthal Wohnungen in den Standorten finden, so dass die Übergangsunterkunft in Altenfeld wieder aufgegeben werden konnte.

Ende Januar war es dann so weit, 23 kroatische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben ihre eigenen Wohnungen bezogen und beginnen, an ihrem Einsatzort sesshaft zu werden. Mit dem Umzug in die Standorte endet die erste Phase des Projekts.

In der zweiten Projektphase bis 31.05.2019 geht es nun in den Standorten darum, die fachliche Einarbeitung fortzuführen und die neuen Mitarbeiter haben natürlich neben der fachlichen Integration noch viel mit dem Erlernen der deutschen Sprache zu tun. Auch der Aufbau ihres persönlichen sozialen Umfeldes und Netzwerkes, neben den Kontakten untereinander, wird sicher noch eine ganze Weile dauern und sicher auch mit über den Erfolg ihrer Integration in Thüringen entscheiden.

Für uns im Personal in Großbreitenbach war es eine spannende, aber auch sehr anstrengende Zeit, sehr viel zusätzlicher Betreuungsaufwand liegt hinter uns. Durch den engen Kontakt zu unseren neuen kroatischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durften wir einen tiefen Einblick in die kroatische Kultur gewinnen, sicher mehr als bei jedem Kroatienurlaub!

Über den Erfolg des Projekts lässt sich heute noch nicht viel sagen, darüber kann erst in zwei Jahren diskutiert werden. Aber was ich heute sagen kann ist, dass ohne die vielfältige Unterstützung die kurzfristige Umsetzung des Projekts nicht möglich gewesen wäre. Nennen möchte ich hier vor allem die Übersetzerinnen Zeljka Greganic und Adelita Gödecker, die Betreuer in den Werken (Großbreitenbach: Henri Burkhardt, Schleusingen: Ralf Börner, Ernstthal: Angelique Billig und Michel Herbart), weitere Übersetzer vor Ort, die Verantwortlichen in den Standorten und nicht zuletzt meine Kollegin Susan Scherf sowie die Unterstützer in der Verwaltung und Technik hier in Großbreitenbach. Allen mein herzliches Dankeschön für die sehr gute Unterstützung!

Unseren neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich eine weiterhin erfolgreiche Einarbeitung und eine gute Integration in Ihr neues Zuhause in Thüringen. Bildunterschrift: Seit November 2018 arbeiten insgesamt 28 kroatische Männer und Frauen in unseren Werken in Großbreitenbach und Schleusingen.


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