Nachhaltiger produzieren und die Weichen für eine Schonung der Ressourcen zu stellen, diese Idee verfolgt Wiegand-Glas seit Jahrzehnten. Ein kleiner Baustein auf dem langen Weg war die Inbetriebnahme der ersten Wiegand-Glas Photovoltaikanlage am Standort Neuhaus am Rennweg am 5. Mai 2020. Hierfür wurde im Logistikzentrum des Glaswerks Ernstthal das Dach einer Lagerhalle mit Modulen belegt, um knapp 650 kWp Strom erzeugen zu können.

Wir werden damit ca. 70 % der erzeugten Menge am Standort selbst verbrauchen und den überschüssigen Strom ins örtliche Verteilnetz einspeisen. Die Gesamtmenge an elektrischer Energie, die diese Anlage erzeugen wird, entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 130 Dreipersonenhaushalte.

Neben der Umwelt hat auch das Glaswerk einen Vorteil bei den Kosten für elektrische Energie am Standort Herrnberg. Diese können durch die Eigenerzeugung sehr deutlich nach unten reduziert werden. Warum aber ist dieser Vorteil nicht auch im größeren Stil heute auf die Produktionswerke übertragbar? Verantwortlich hierfür ist die überbordende energiewirtschaftliche Regulatorik, die in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland – insbesondere im Zusammenhang mit dem EEG – aufgebaut wurde. So verbietet uns, als besonderer Härtefall im EEG, das EEG den direkten Einsatz großer Mengen an regenerativ erzeugter elektrischer Energie, sei es nun aus PV und/oder Windkraft.

Um das Projekt in dieser Form realisieren zu können, musste Vieles geplant und beachtet werden. Die größte Herausforderung stellte hier die Last des Schnees dar, welcher zusammen mit der PV-Anlage auf das Dach wirkt. Speziell in Neuhaus ist mit deutlich höheren Schneelasten zu rechnen als im Rest Deutschlands. Hier musste deswegen durch den PV-Spezialisten Münch Energie eine Spezialhalterung eingesetzt werden. Durch eine ausgeklügelte und patentierte Lastverteilung auf das gesamte Dach, wurde dennoch die Realisierung ermöglicht, so dass die komplette geplante Fläche belegt werden konnte.

Die Anlage stellt im Gesamten auch einen Beweis dafür dar, dass der Mittelstand weiterhin den Kern der deutschen Wirtschaft bildet. Von der Entscheidung bis zu Realisierung des kompletten Kraftwerks vergingen durch die effektive Zusammenarbeit beider Unternehmen und die komplette Projektierung durch Münch Energie nur wenige Monate. Eine Arbeitsgrundlage, welche noch viel Potential und Chancen für die Zukunft und die Region mit sich bringen kann.


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